unsere reise naehert sich schon fast dem
ende, kommt es mir manchmal so
vor. dabei haben wir ja noch den ganzen sommer vor uns...
wahrscheinlich liegt es daran, dass wir uns ziemlich bald
von unserem auto
trennen muessen, nachdem wir uns jetzt so richtig daran
gewoehnt haben.
wir sind kuerzlich in fairbanks, alaska angekommen, nachdem
wir jetzt schon
fast drei wochen in diesem wunderschoenen und riesig grossen
staat verbracht
haben. auch wenn es im verhaeltnis zur groesse nur sehr
wenige strassen
gibt, wussten wir unseren wagen nach wie vor zu schaetzen,
denn mit oeffentlichen
verkehrsmitteln ist das reisen hier nicht sehr bequem. dies
sogar noch,
nachdem uns unser wagen kurz vor dem ziel noch so richtig
sorgen bereitet
hat...
nach der zweiten oder dritten nacht in alaska, nachdem wir
von whitehorse
weiter zur grenze und entlang spektakulaerer bergketten in
dieses land hinein
gefahren sind, wollte der wagen einfach nicht mehr
anspringen. wir hatten
gerade an einem huebschen kleinen see abseits der strasse
gecampt und wollten
am vormittag bei schoenstem wetter und entsprechend guter
laune weiter richtung
anchorage fahren, als das auto einfach unerwartet streikte!
gluecklicherweise
waren wir nicht alleine auf dem camping und bald hatten wir
einige ausserordentlich
hilfsbereite leute um unser auto versammelt, die alles
moegliche ueberprueften
und ausprobierten. leider half nichts und so riefen wir bald
einen mechaniker
zu hilfe. er verbrachte den ganzen nachmittag mit der
ueberpruefung aller
moeglichen teile, ohne den fehler zu finden und so liessen
wir das auto
am naechsten morgen schliesslich abschleppen und in eine
garage bringen.
wir mussten uns nochmals einige stunden gedulden, bis sie
schliesslich einen
fehlerhaften sensor fanden, der die ursache des problems
sein musste. nachdem
das teil ersetzt wurde, machten wir uns schliesslich wieder
auf den weg
nach anchorage, das nur noch ein kurzes stueck entfernt war.
wir verbrachten nur gerade einen tag in der stadt und fuhren
dann schon
wieder hinaus, oder eigentlich nur gerade bis an den
stadtrand. dort packten
wir unsere rucksaecke und machten uns auf eine weitere
wanderung auf in
die chugach mountains, eine bergkette gleich ausserhalb der
stadt.
wir wanderten fuenf tage durch die wilde berglandschaft und
staunten dabei,
wie wenige menschen wir antrafen. vorallem in den taelern,
die keinen direkten
strassenzugang haben, trafen wir so gut wie niemanden,
obwohl wir uns ja
jeweils in naechster naehe der stadt befanden. das wandern
selbst war oft
sehr muehsam und anstrengend, da meist kaum ein weg
vorhanden war, obwohl
es auf der karte als route markiert war. so mussten wir uns
oft durch dichten
wald und buschwerk kaempfen, baeche durchwaten oder sumpfige
gebiete umgehen,
und nicht zuletzt die geplante route ueberhaupt finden, was
gerade beim
teilweise herrschenden schlechten wetter nicht ganz einfach
war. dafuer
sahen wir recht viele tiere, wie zum beispiel einen elch,
der ueberhaupt
keine scheu zeigte und uns immer naeher kam. schliesslich
mussten wir ihn
mit viel gebruell verscheuchen, denn langsam war uns die
nahe begegnung
nicht mehr ganz geheuer. beesonders da wir wussten, dass in
alaska jaehrlich
mehr menschen von elchen angegriffen und verletzt werden als
von baeren...
baeren sahen wir nur ganz wenige, viel oefter nur die
frischen spuren, die
uns ihre anwesenheit verrieten. dies war uns gerade im
dichten wald auch
lieber und bestaetigte uns vorallem, dass wir uns richtig
verhalten, naemlich
viel laerm gemacht hatten, um die baeren vor uns zu warnen.
als hoehepunkt schliesslich durften wir eines abends von
unserem camp aus
eine wolfsmutter mit ihren drei jungen beobachten, wie sie
auf futtersuche
durch ein kleines seitental streiften!
wieder zurueck in der stadt erwartete uns viel arbeit. wir
haben schon seit
langem einen ausflug zu heissen quellen irgendwo mitten in
der wildnis von
alaska geplant, wo wir fast ein dutzend freunde aus der
schweiz treffen
und miteinander ein paar wochen da draussen verbringen
werden. martina und
ich waren zustaendig fuer die ganzen einkaeufe und so
verbrachten wir einige
tage in anchorage mit shoppen. schliesslich brauchten wir
ein paar hundert
kilo essen und noch viel anderes material, und all dies
musste nach ruby
hinaus geschickt werden, ein kleines dorf am yukon, das uns
als ausgangsort
dient.
es waren recht anstrengende tage, die wir in der stadt
verbrachten, doch
irgendwann wurde unsere einkaufsliste immer kuerzer und
schrumpfte schlussendlich
auf ein minimum, so dass wir entschieden, weiter nach
fairbanks zu fahren.
wir nahmen die letzten 500 km unserer autofahrt recht
gemuetlich und verbrachten
noch zwei naechte unterwegs, denn hier in fairbanks werden
wir unseren wagen
nach dem ausflug zu den hotsprings an einen freund
verkaufen, der damit
zurueck nach vancouver faehrt.
fuer die erste nacht hatten wir ein schoenes plaetzchen an
einem kleinen
fluss gefunden, und bald hatte ich gemerkt, dass dort die
koenigslachse
gerade am steigen waren! natuerlich liess ich mir diese
gelegenheit nicht
entgehen und machte mich gleich mit der angel auf pirsch,
doch ich musste
mich noch bis zum naechsten morgen gedulden, als meine
bemuehungen schliesslich
von erfolg gekroent wurden und ich einen ungefaehr zehn kilo
schweren lachs
an land ziehen konnte. danach dauerte es nicht lange, bis
schon der naechste,
noch groessere fisch am andern ende der schnur zappelte.
glueck fuer ihn,
dass wir schon mehr als genug fisch zu essen hatten und ich
ihn deshalb
wieder frei liess, denn bei dem warmen wetter, das hier zur
zeit herrscht,
haelt fisch nicht gerade lange. besonders wenn man wie wir
keinen kuehlschrank
oder wenigstens eine kuehlbox hat... so gab es zwei tage
lang einfach fast
nur lachs zu essen, wogegen wir natuerlich ueberhaupt nichts
einzuwenden
hatten!
am naechsten tag fuhren wir noch am beruehmten denali
nationalpark vorbei,
der vorallem wegen mount mckinnley, dem hoechsten berg
alaskas, bekannt
ist. leider konnten wir von den bergen nur gerade den
untersten teil erkennen,
da an dem tag fast alles in dicke wolken gehuellt war.
schliesslich erreichten wir fairbanks und verbringen jetzt
noch einige tage
in dieser kleineren stadt. es gibt immer noch einige
vorbereitungen zu treffen
und gleichzeitig versuchen wir aber auch, das sommerliche
wetter zu geniessen.
im wissen, dass wir nachher ueber einen monat darauf
verzichten muessen,
essen wir hier noch etwas mehr frische fruechte, gemuese und
eiscreme...
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