in den vergangenen wochen haben wir ja wieder
einiges erlebt... vorallem
sind wir ziemlich weit gefahren, und so schreibe ich diesmal
aus whitehorse
am yukon, ziemlich weit oben im nordwesten von kanada. lange
dauert es nicht
mehr, bis wir endlich in alaska sind!
erst fuhren wir ueber lake louise in die rocky mountains
hinein. wir durchquerten
die gebirgskette in laengsrichtung, also nordwaerts ueber
den ziemlich bekannten
icefield parkway, eine sehr spektakulaere strasse mitten
durch die berge.
wir waren ziemlich beeindruckt von den aussichten, die man
entlang dieser
route auf die umliegende bergwelt hatte. voellig andere
berge als in den
alpen, meist sehr steile und schroffe felswaende in
verschiedenen farben
und oft eigentuemmlichen felsformationen. dazwischen gab es
immer wieder
gletscher, die fast zur strasse hinunter reichten und,
ebenfalls sehr typisch
fuer diese gegend, intensiv tuerkisblaue seen. die farbe
mussten wir uns
meist jedoch selbst vorstellen, da die seen groesstenteils
noch zugefroren
waren. auch sonst gab es noch recht viel schnee, und eine
nacht campten
wir auf einem zeltplatz, auf dem man sich ein kleines
schneefreies plaetzchen
fuer das zelt suchen musste... war noch fast kaelter und
winterlicher als
den ganzen eigentlichen winter ueber!
auch nachdem wir die berge wieder verlassen hatten,
erwartete uns weiterhin
noch recht kuehles (nachts meist noch leicht unter dem
gefrierpunkt) und
fuer ein paar tage recht schlechtes wetter. bei der
ueberquerung eines flachen
passes kurz vor prince george gerieten wir sogar in einen
der heftigsten
schneestuerme ueberhaupt, die wir waehrend der gesamten
reise erlebt hatten!
trotzdem stoppten wir unterwegs noch am mount robson, dem
hoechsten berg
der kanadischen rocky mountains, und wanderten einige tage
am fusse dieses
eindruecklichen giganten (knapp 4000m hoch) herum, soweit es
der schnee
eben schon zuliess.
einige wenige tage spaeter schliesslich erreichten wir den
beginn des alaska
highways, der ueberlandverbindung durch kanadas nordwesten
nach alaska hinuaf.
der highway wurde erst im zweiten weltkrieg in rekordzeit
von den amerikanern
gebaut (strategisch wichtige strassenverbindung nach alaska
hinauf, nachdem
die usa in pearl harbor von japan angegriffen wurde), und
erst in den 50er-jahren
fuer den zivilverkehr geoeffnet. lange muss die strasse noch
recht abenteuerlich
gewesen sein, nun aber fanden wir zu unserer ueberraschung
eine perfekt
geteerte ueberlandstrasse vor.
die reisezeit war immer noch nicht so richtig losgegangen,
und so fuhren
wir oftmals weite strecken, ohne einem anderen fahrzeug zu
begegnen. auch
ortschaften gibt es entlang der strecke nur noch einzelne,
und meist handelt
es sich dann nur gerade um eine tankstelle mit restaurant
und vielleicht
noch einem zeltplatz. schon ein eigenartiges gefuehl, wenn
man sich zwar
im auto, aber eigentlich mitten in der wildnis draussen
befindet...!
dementsprechend gab es auch viele tiere zu sehen, die oft
gleich am strassenrand
weideten. angefangen von baeren, hirschen, karibus bis hin
zu bisons, bergschafen
und -ziegen und einigen weiteren kleintieren und voegeln war
so ziemlich
die ganze palette der noerdlichen tierwelt anwesend. in den
paar wenigen
tagen, waehrend denen wir etwa 2000km zurueckgelegt hatten,
sahen wir mehr
wildtiere als waehrend der ganzen monate zuvor...!
schliesslich in whitehorse, der hauptstadt des yukon
territorys angekommen,
erfuhren wir zu unserer freude, dass der yukon river und
vorallem der eine
see dazwischen, schon eisfrei seien. auch hier oben war der
winter ungewohnt
mild gewesen und die fluesse entsprechend frueh aufgetaut.
so organisierten
wir gleich ein kanu, denn wir hatten schon laenger geplant
gehabt, auf dem
fluss bis dawson city zu paddeln. wir dachten dann aber,
dass es wahrscheinlich
noch zu frueh sei, und so freuten wir uns natuerlich ueber
die guten neuigkeiten.
ich freute mich auch sehr, diesen teil des flusses noch
einmal zu befahren,
denn ich bin diesen abschnitt schon '97 mit meinem kollegen
raphael gepaddelt,
als wir den gesamten yukon hinunter gefahren sind. diese
erste strecke von
whitehorse bis dawson, ca. 700km bzw. zwei wochen, ist aber
bei weitem die
interessanteste.
entlang des flusses findet man staendig noch ueberreste des
grossen klondike
goldrausches, der hier um die jahrhundertwende statt
gefunden hat. besonders
einige wracks oder stillgelegte raddampfer, die damals in
grosser zahl auf
dem fluss verkehrt hatten, waren sehr sehenswert, nebst
verlassenen siedlungen
und goldwaschanlagen.
der fluss fuehrte noch sehr wenig wasser als wir losfuhren,
da der schnee
in den bergen oben noch nicht am schmelzen war. dies gab dem
fluss einen
voellig anderen charakter, als ich es in erinnerung hatte,
denn letztes mal
waren wir erst mehr als einen monat spaeter gestartet.
auch die natur war erst gerade am erwachen, denn die ersten
naechte waren
nach wie vor noch recht frisch gewesen. erst einige tage
nach unserer losfahrt
wurde es schliesslich waermer und die landschaft in einem
ungeheuren tempo
gruener. besonders weil die tage mittlerweile schon sehr
lang sind, bzw.
es nachts schon laenger nicht mehr richtig dunkelt, wachsen
die pflanzen
etwa doppelt so schnell.
auch tiere konnten wir wieder unzaehlige beobachten, meist
gluecklicherweise
aus sicherer entfernung aus dem kanu. besonders
schwarzbaeren sahen wir fast
taeglich mindestens einen, nebst elchen (oftmals kuehe mit
ihrem neugeborenen),
vielen bibern und adlern. und nicht zuletzt erfreuten wir
uns an den zahlreichen
fischen, von denen einige in unseren kochtoepfen endeten...
nach etwa zwei wochen erreichten wir schliesslich die
ehemalige goldgraeberstadt
dawson city. der ort ist sehr sehenswert mit vielen
originalen gebaeuden
aus jener zeit und anderen zeugnissen des goldrausches.
waehrend des hoehepunktes
des klondike goldrausches wohnten mehr als 30'000 goldsucher
und gluecksritter
in dem ort, heutzutage sind es gerade mal noch etwa 2000,
und davon lebt
wahrscheinlich auch nur etwa die haelfte das ganze jahr
ueber dort.
wir blieben noch zwei tage an dem ort und fuhren dann schon
wieder nach whitehorse
zurueck, da wir gerade eine gute mitfahrgelegenheit
angeboten bekommen hatten.
eigentlich haette es noch viel zu machen und zu sehen
gegeben, besonders
auch weil in der umgebung der stadt auch heute noch viel
gold abgebaut oder
aus dem flusskies gewaschen wird.
langsam aber sicher geht uns auch die zeit aus, denn wir
haben gerade noch
etwa drei wochen zeit, um durch alaska zu touren, bevor wir
uns mit raphael
und spaeter noch einigen andern freunden treffen, um den
sommer gemeinsam
in der wildnis von alaska zu verbringen. zudem werden wir
dort unser auto
verkaufen und muessen daher diese bequeme reiseart noch
geniessen. wir sind
froh, dass wir uns gleich von anfang an einen eigenen wagen
zugelegt haben,
denn in einem so riesigen land mit eher schlechten
oeffentlichen verkehrsverbindungen
ist es mit abstand die beste und unabhaengigste reiseart.
das wars auch schon wieder. morgen packen wir unsere sachen
zusammen und
nehmen noch das letzte stueck des alaska highways unter die
raeder. in etwa
zwei tagen sollten wir dann endlich die grenze nach alaska
ueberqueren...
ich freue mich schon jetzt riesig darauf!
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