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Reisebericht 3 Kanada (Rundmail)

   
     
Wollte mich eigentlich schon laenger wieder mal melden, doch ich sitze in
letzter zeit so selten an einem computer! das wetter ist mittlerweile einfach
zu schoen und warm, um drinnen zu sein; viel lieber verbringen wir unsere
zeit draussen in der natur (oder im auto...).

so haben wir in den vergangenen wochen wieder einiges unternommen. die meiste
zeit verbrachten wir nochmals an der kueste noerdlich von vancouver, wo
wir frueher schon gewesen sind. es gefiel uns einfach sehr gut da, und irgendwie
mussten wir den vergangenen monat verbringen, bevor wir nun richtung norden
losgefahren sind.

erst mal gab es sehr viel regen in dieser region, die als sunshine coast
bezeichnet wird und fuer entsprechend viel sonnenschein und gutes wetter
bekannt ist. doch der fruehling ist entlang der kueste allgemein sehr regnerisch,
wie wir oftmals zu hoeren bekamen, und so warteten wir fast eine woche ab,
bis das wetter wenigstens einigermassen besserte. wir hatten naemlich eine
mehrtaegige kanutour auf einem ausgedehnten fjord geplant, und bei dauerregen
macht es einfach nur halb so viel spass... zudem wird der wind in den engen
taelern, in die der fjord gezwaengt ist, schnell zu einem problem.
doch schliesslich waren die bedingungen recht gut und wir konnten endlich
lospaddeln in die wilde und recht bergige landschaft hinein. meist wurden
wir von ein paar seehunden begleitet, die unserem kanu lautlos folgten und
uns aufmerksam beobachteten. manchmal wurde es schon fast unheimlich, staendig
so beobachtet zu werden...
auch entlang den felsigen ufern gab es viel meeresgetier zu sehen. besonders
die farbenpraechtigen seesterne hatten es uns angetan, nebst den fischen,
die sich oftmals schon fast um den koeder an meiner angel zu streiten schienen...
so verbrachten wir fuenf tage auf dem wasser und genossen die ruhe und vorallem
auch die abwechslung zum wandern. doch schon als naechstes unternahmen wir
wieder eine wanderung, die ein paar tage dauerte, diesmal bei sonnenschein
und teilweise schon fast heissem wetter. meist folgte der weg der kueste,
zumindest wo es wegen den vielen felsklippen moeglich war, und zwischendurch
gab es einige schoene straende zum campen. wir lebten sehr luxurioes
auf dieser wanderung, denn die straende waren meist uebersaet mit austern
und anderen muscheln, von denen einige in unserem kochtopf landeten. zudem
hatte ich einmal die gelegenheit, mit einem fischer hinaus zu fahren und
seine krabbenfallen zu leeren. da der fang so gut gewesen war, wurden wir
am abend gleich zu einem krabbendinner eingeladen. das war vielleicht ein
genuss!

nach einem weiteren etwas unerfreulichen zwischenstopp in vancouver fuhren
wir wieder ins landesinnere. unerfreulich deshalb, weil eines nachts in unser
auto eingebrochen und einige dinge gestohlen worden sind. glueklicherweise
hatten wir nicht viel darin gelassen, so dass der schaden relativ gering
blieb. trotzdem war es muehsam, da wir eine fensterscheibe und auch einige
der gestohlenen dinge ersetzen mussten.
so war es uns dann auch gleich, vorlaeufig das letzte mal in vancouver gewesen
zu sein, bevor wir dann im september fuer den rueckflug dorthin zurueckkehren
muessen. wir fahren jetzt gemuetlich durch einen teil des landesinnern und
durch die rocky mountains, was eine sehenswuerdige und spektakulaere fahrt
zu werden verspricht. zumindest sofern man den reisefuehrern glauben darf
und wir von den alpen her nicht zu verwoehnt sind, was berglandschaften anbelangt.
bin ja mal gespannt, wie es da wird, da man ueber diese gegend (banff, lake
louise)immer so viel gutes hoert!
von da an geht es dann weiter richtung norden zum yukon hinauf und schliesslich
etwa anfangs juni wollen wir dann nach alaska einreisen und den sommer dort
oben verbringen. doch momentan lassen wir uns wahrscheinlich besser noch
etwas zeit, da in den noerdlicheren landesteilen noch immer winterliche kaelte
herrscht. auch in den rocky mountains sollen die schneeverhaeltnisse zur
zeit besser sein als sie den ganzen winter ueber waren... schade, dass wir
unsere wintersachen schon in vancouver deponiert haben!
dafuer hatten wir vor ein paar tagen eine gute gelegenheit, um endlich mal
ein wenig klettern zu gehen. wir verbrachten einige tage in squamish, einem
ort wo der highway vom meer her direkt in die berge hinein fuehrt, und welcher
recht bekannt ist als eines der besten sportklettergebiete in kanada. wirklich
guter ort, und unzaehlige moeglichkeiten zum klettern. zudem war das wetter
gerade richtige schoen warm und daher ideal, um einige routen zu probieren.
mittlerweile sind wir schon fast am fusse der rocky mountains, und es ist
hier leider schon wieder spuerbar kuehler. meist liegt die schneefallgrenze
nur einige hundert hoehenmeter weiter oben... und dabei hatten wir uns schon
so ueber das sommerliche wetter gefreut! dafuer gibt es hier keine moskitos
mehr, die vorher schon recht laestig geworden sind!



 
   
   
   
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