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21. Reisebericht vom 26.05.07 'Indonesien -
Inseln und Vulkankrater' Nach einigen wenigen Tagen Aufenthalt in der
hochmodernen und gleichzeitig überraschend sehenswerten Grossstadt
Singapur wurde es schliesslich Zeit, die Fähre nach Indonesien zu
nehmen. Dazu musste ich erst mit einem Schiff auf die erste vor
Singapur gelegene Insel hinaus fahren um dort am nächsten Tag
schliesslich die grosse Passagierfähre nach Jakarta besteigen zu
können. Diese Schiffe verkehren bloss einmal pro Woche oder noch
seltener, weshalb ich mich vorher genau über den Fahrplan informiert
hatte um nicht zu lange warten zu müssen. Als das riesige Schiff,
das eher an einen Kreuzfahrtsdampfer als an eine Fähre erinnerte,
eingelaufen und der Bootssteg herabgelassen war, drängelten sich die
wartenden Passagiere schon an Bord während die Leute auf dem Schiff
noch gar nicht ausgestiegen waren. Dies scheint ziemlich typisch für
Indonesien zu sein und ich stellte bald fest, dass hier alles recht
chaotisch und unorganisiert zu und her geht. Mit über zwei Stunden
Verspätung legten wir schliesslich ab, während ich es mir zusammen
mit hunderten von einheimischen Passagieren im Bauch des Schiffes
auf den kleinen Pritschen so bequem wie möglich machte. Viel Komfort
kann man in der Deckklasse auch nicht erwarten, denn die etwas
dreissig Stunden dauernde Überfahrt hatte mich gerade mal etwa 25.-
Schweizer Franken gekostet, inklusive einfachen Mahlzeiten (Reis,
Reis und nochmals Reis). Froh, endlich wieder festen Boden unter den Füssen zu haben und auf mein Velo steigen zu können, machte ich mich möglichst bald auf den Weg aus der Stadt hinaus, nachdem ich dort meine ersten Eindrücke von Indonesien gesammelt hatte. Die Fahrt auf der grossen Hauptstrasse war nicht gerade ein erfreuliches Erlebnis, da es enorm viel lärmigen und chaotischen Verkehr gab und mir ständig Wolken von Abgasen in die Nase stiegen. Vom Strassenrand her wurde mir immer wieder freudig 'Hello Mister!' zugerufen, während ich mich bloss darauf zu konzentrieren versuchte, irgendwie heil aus diesem Gewühl heraus zu kommen. Irgendwie erinnert mich Indonesien ständig ein wenig an Indien, wenn auch in leicht abgeschwächter Form. Die beiden Länder weisen schliesslich zahlreiche Gemeinsamkeiten wie Unterentwicklung und Übervölkerung auf, und auch die Art der Menschen scheint mir recht ähnlich. Immer wenn ich irgendwo anhalte um etwas zu essen oder bloss um ein wenig zu Verschnaufen, habe ich gleich Gesellschaft und muss ständig die gleichen Fragen nach dem Woher und Wohin beantworten. Doch anstatt mich darüber aufzuregen versuche ich es jeweils mit Humor zu nehmen und habe deshalb ständig viel zu Lachen, sei es weil wir uns gegenseitig nicht verstehen oder ich etwas Falsches in Indonesisch sage oder einfach so ohne Grund. Jedenfalls habe ich während der ganzen Reise selten so viel gelacht wie während den vergangenen zwei Wochen! Bald machte ich mich daran, eines der zahlreichen Vulkanmassive zu bewältigen. Schliesslich bestehen die indonesischen Inseln grösstenteils aus Ketten von Vulkankegeln, die heutzutage meist normalen Bergen gleichen, teilweise aber auch noch aktiv sind. Nach einem langen und anstrengenden Aufstieg auf den zum Teil extrem steilen Holperstrassen durch üppig grüne Frucht- und Gemüseplantagen erreichte ich eine Art Hochplateau, das stark an eine Mondlandschaft erinnerte. Dort erlebte ich einen unvergesslichen Sonnenaufgang mit Ausblick über dampfende und einen Aschewolken ausstossenden Krater, der mich sogar die herrschende Kälte auf über 2000 Metern über Meer vergessen liess. Anschliessend ging es bald wieder ins küstennahe Tiefland hinunter und in Richtung östlichste Spitze von Java. Auf den kleinen und schlechten Strassen drängten sich Lastwagen und Ochsenkarren, dreirädrige Transportvelos und Motorräder, während auf den umliegenden Feldern gerade Reise und Zuckerrohr geerntet oder junge Tabakpflanzen gesetzt wurden. Fast täglich wurde ich irgendwo von einer Familie zum Übernachten eingeladen und erhielt dabei einen schönen Einblick in das Alltagsleben der Leute. Manchmal blieb ich auch gleich noch ein oder zwei Tage bei meiner Gastfamilie wohnen und wurde von meinen neuen Freunden in ursprüngliche kleine Dörfer oder zu heissen Quellen und Seen am Fusse eines Vulkans geführt. Einige Male wurde ich auch gebeten, eine Schule zu besuchen und mit den Oberstufenschülern ein wenig Englischkonversation zu halten, da hier Englisch als Fremdsprache von grosser Wichtigkeit ist, doch ein grosser Mangel an gut ausgebildeten Lehrkräften herrscht und die Schüler so gut wie nie Gelegenheit haben ihre Kenntnisse anzuwenden. Nun bin ich um viele Eindrücke reicher nach einer kurzen Überfahrt mit einer Fähre auf Bali angelangt und freue mich schon, diese sehr touristische aber gleichzeitig landschaftlich enorm schöne Insel zusammen mit meiner Schwester zu erkunden, die in ein paar wenigen Tagen hier ankommen sollte. Nun packe ich noch schnell meine Taucherbrille und den Schnorchel aus für einen kurzen Ausflug in die faszinierende Unterwasserwelt in diesen glasklaren Gewässern und wünsche euch eine gute Zeit und bis zum nächsten Bericht. Liebe Grüsse, Roman
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