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19. Reisebericht vom 25.03.07 ‘Strand, Inseln und Regenwald’
Position: Alor Star, Malaysia, Km 22’250

Schon fast drei Monate ist es her, seit ich nach Thailand gelangt bin und vor ein paar wenigen Tagen habe ich es nun hinter mir gelassen und die Grenze nach Malaysien überquert. Die vergangenen Wochen waren nochmals sehr abwechslungsreich und ich denke, dass ich noch einige der schöneren Seiten von Thailand gesehen habe.

Nach der Weiterfahrt von Hua Hin (letzter Bericht) folgte ich erst der Küste noch ein Stück weiter südlich und durchquerte dann den schmalen Landstreifen direkt unterhalb der Grenze zu Myanmar auf die Westseite. Dort nahm ich ein Boot, dass mich auf eine weit vorgelagerte Gruppe winziger Inseln brachte, die als Nationalpark geschützt und praktisch unbewohnt sind. Einzig ein paar Bungalows und Zelte besiedeln einen kleinen Flecken Strand, während an einer anderen Stelle noch Moken oder so genannte Seezigeuner leben, die traditionellerweise nur während der Regenzeit in provisorischen Behausungen an geschützten Stränden leben und sonst nomadisch mit ihren Booten herumziehen.
Die grösste Attraktion dieser traumhaften kleinen Insel sind vor allem die umliegenden Korallenriffe, die hier noch recht intakt sind und zu den Schönsten in ganz Thailand zählen. So schwamm ich kurz nach meiner Ankunft mit Brille und Schnorchel ausgestattet in die tuerkisfarbene kleine Bucht vor dem Strand hinaus und war bald ueberwaeltigt von der Pracht und Vielfalt der Unterwasserwelt hier. Während zahlreichen weiteren Schnorchelausfluegen an den verschiedensten Stellen rund um die Inselgruppe bekam ich eine breite Palette an verschiedensten Lebewesen zu sehen, angefangen von farbigen Korallen- und Anemonenfischen über Tintenfische, Muscheln und Krebsen. Sogar Wasserschildkröten werden hier häufig gesichtet, doch leider hatte ich damit kein Glück, dafür schwamm ein paar Mal ein harmloser Riffhai in meiner Nähe vorbei.
Auch am Strand machte ich ein paar interessante Bekanntschaften mit anderen Reisenden, von denen einige schon seit Wochen auf dieser Insel wohnten. Ich konnte sie ja gut verstehen, denn sie lockte wirklich gleich zum Bleiben!

Trotzdem verabschiedete ich mich ein paar Tage später wieder und erreichte das Festland in Begleitung von zwei deutschen Velotourern, mit denen ich die nächsten Tage gemeinsam verbringen wollte. Wir radelten zusammen in einen weiteren Nationalpark ein Stück im Landesinneren, der ein grosses zusammenhängendes Stück Regenwald umfasst. Dort liessen sich einige ausgedehnte Wanderungen zu schönen Wasserfällen unternehmen, was besonders früh morgens ganz interessant war. Um diese Zeit lebt es im dichten Wald so richtig, Vögel, Affen und Insekten vollführen ein unglaubliches Konzert und bei ein paar seltenen Gelegenheiten bekamen wir auch ein paar scheue Gibbons, eine Schlange oder einen der bizarren Nashornvoegel zu Gesicht.

Gleichzeitig war es noch an der Zeit, meinen zweiten Geburtstag zu feiern seit ich unterwegs bin. Dieser fiel einiges angenehmer aus als der Letzte irgendwo im verregneten Bulgarien…

Bald darauf trennte ich mich wieder von meinen neuen Freunden und reiste gemütlich der Küste entlang weiter suedwaerts. Dabei gab es immer wieder mal einen schönen Strand zum Verweilen, ganz besonders in der Gegend von Krabi, das an einer Bucht gegenüber von Phuket liegt. Diese Bucht ist berühmt für die zahlreichen steil aus dem Wasser ragenden Karstfelsen, besonders seit eine dieser Inseln in einem James Bond Streifen vorgekommen ist. Doch es war auch wirklich eine recht beeindruckende Landschaft, die sich mir da präsentierte, besonders als dann abends die Sonne enorm farbenprächtig zwischen diesen Felsen unterging und alles in ein unwirkliches Licht tauchte. Wieder einer dieser Momente, wo ich mir nichts Schöneres vorstellen kann als an dem kleinen Strand vor meinem Zelt zu sitzen und den Moment einfach in mich aufzunehmen…

Nun trennten mich nicht mehr viele Kilometer von der Grenze nach Malaysien. Wegen der momentan sehr angespannten Lage in den muslimischen Provinzen im Süden von Thailand suchte ich mir einen Weg zur Grenze möglichst der Westküste entlang, da auf dieser Seite nicht viel von den Unruhen zu spüren sein sollte. Auf einer kleinen Strasse gelangte ich zwischen den nun immer häufigeren heftigen Regenschauern an die Grenze und kurze Zeit später hatte ich Malaysien erreicht. Gleich darauf gab es den ersten steilen Berg zu erklimmen, was mir nach der grösstenteils flachen Fahrt durch Thailand gar nicht mehr so leicht fiel. Dafür wurde ich nach dem Aufstieg auf der Passhöhe kurz vor einem weiteren Regenschauer mit einer unvergleichlichen Aussicht auf weitläufige bewaldete Hügel belohnt, von denen überall dicke Nebelschwaden aufstiegen. Kurz darauf wurde ich selbst in dicken Nebel gehüllt und der anhaltende Regen liess mich seit Langem wieder leicht frösteln (na ja, wenn es wieder mal unter 25 Grad ‘kalt’ wird…)So entschied ich, mir die Abfahrt auf den Morgen aufzusparen und stellte kurz entschlossen mein Zelt an diesem eben noch so tollen und nun recht trostlos wirkenden Ort auf, um dann am nächsten Tag weiter in dieses mir noch vollkommen unbekannte Land hinein zu fahren.

Bis zum nächsten Mal mit mehr aus Malaysien!
Viele Grüsse, Roman

 

   
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